Im Wasser

Ich war eine Woche im Urlaub. Wie früher, mit meinen Kindern. Nur dass die jetzt keine Kinder mehr sind. Deshalb musste ich am Strand auch nicht ängstlich beobachten, ob sie von der nächsten Welle mitgerissen werden.

Unter dem Sonnenschirm, vielmehr unter zweien, wir haben uns mittlerweile an unsere sizilianischen Freunde angepasst, und ausgerüstet mit einer riesigen Kühlbox voller panini, arancini sowie gut gekühlten Getränken, diversen Sportgeräten, Liegestühlen und anderen Dingen, die man halt so braucht, ging es eine Woche lang jeden Morgen an den Strand.

Während die Kinder im Wasser waren, habe ich schläfrig das Treiben dort beobachtet. Und mich wieder einmal darüber gewundert, dass Schwimmen hier keine Tradition hat. Zwar wimmelt es nur so von Menschen, aber die stehen einfach nur im Wasser rum und palavern. Die Jüngeren spielen vielleicht noch Volleyball, aber eigentlich labern auch die nur miteinander.

Gut, zu schwimmen ist im salziges Meerwasser wegen des Auftriebs nicht so einfach wie im Pool. Wenn man das ernsthaft betreiben will, muss man parallel zur Küste kraulen. Zumindest haben das meine Beobachtungen ergeben. Ganz selten macht das mal einer.

Aber letztendlich geht es wohl ums Rumstehen und Palavern. Das kommt mir ganz gelegen, denn ich bin keine großartige Schwimmerin.

Auch meine Kinder machen da im Urlaub gerne mit. Zu labern gibt’s ja viel, wenn man sich nicht mehr so oft sieht. Und das schöne daran ist, dass die Gespräche im Wasser irgendwie ganz leicht werden. So wie der Schwebezustand beim Seestern, bei dem man ohne oder mit nur geringer Bewegung von Armen und Beinen flach an der Wasseroberfläche treibt.

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