Ich träume von einem kleinen Garten in Sizilien. In dem ich in der schweren Erde Tomaten anbauen könnte, Auberginen, vielleicht einen Olivenbaum hätte, Zitronen- und Orangenbäume, unter denen ich in der Mittagshitze dösen könnte. Eine kleine Hütte auf dem Grundstück wäre ebenfalls himmlisch, dann könnte ich dort auch manchmal übernachten oder ein kleines Fest an einer langen Tafel feiern.
Derzeit ist das nur ein schöner Traum, den ich mir erst erfüllen kann, wenn ich einst dauerhaft meine Zelte in Sizilien aufschlage.
Solange muss ich mich mit einer alten Zisterne auf der Dachterrasse begnügen, in die ich vor Jahren die Ableger einer Kaktusfeige oder richtiger Opuntia ficus-indica gepflanzt habe. Die erweist sich als Überlebenskünstlerin. Der prallen Sonne ausgesetzt, windumtost, oft monatelang ohne Wasser, in ausgelaugter Erde darbend.

Trotzdem schafft es meine Kaktusfeige Jahr für Jahr, standzuhalten. Jedes Jahr im Frühjahr blüht sie, bringt dann zwei oder drei Früchte hervor und aus den abgestorbenen Teilen sprießen regelmäßig neue Ohren. Wie sie das nur macht?



Es heißt, diese Pflanze sei besonders genügsam. Das kann ich nur bestätigen. Wenn mein Traum von einem kleinen Garten in Sizilien wahr werden sollte, bekommt meine Kaktusfeige dort auf jeden Fall einen Ehrenplatz!