Es ist schon ein außergewöhnlicher Juni hier in Sizilien: Der Sommer lässt weiter auf sich warten. Die vielen Tourist*innen, die in der Stadt sind, werden langsam ungeduldig. Sie wollen mare e sole. Ist das hier nicht die Insel der Sonne?

Ist sie nicht, nicht in diesem Juni jedenfalls. Ob sich das noch ändern wird, solange ich hier bin, weiß ich nicht. Denn wenn sie in Sizilien etwas nicht können, dann sind es Wettervorhersagen. Das ist wie ein Blick in die Kristallkugel: Fünf Apps, fünf Prognosen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die reichen je nach Wetter-Wahrsager*in von 34 Grad und Sonne pur bis hin zu schweren Unwetterwarnungen mit Gefahr für Leib und Leben. Da hilft nur der Blick aus dem Fenster.

Und abends in den Himmel. Experten könnten aus den Wolkenformationen sicher aufschlussreiche Erkenntnisse ziehen: Hochdruck, Tiefdruck, was auch immer der nächste Tag an Wetterkapriolen bringen mag.
Ich hingegen staune in meinem Wetter-Observatorium auf der Dachterrasse einfach nur, wie der schwindende Tag mit seinem Wasserfarbkasten aus Licht und Schatten die schönsten Wolkenfresken ins Himmelsgewölbe pinselt.
